Was ist Waldtarnung?
Waldtarnung ist die Familie von Tarnmustern, die für gemäßigte Waldgebiete entwickelt wurden: Mischwälder, Unterholz, Rinde und das gefilterte Licht Europas, Nordamerikas und Nordasiens. Die Aufgabe besteht darin, die menschliche Kontur aufzulösen, sodass sie sich im visuellen Rauschen der Bäume auflöst. Drei Dinge erledigen die Arbeit. Unruhige Formen zerstören klare Kanten, ein ausgewogenes Verhältnis von Grün und Braun passt sowohl zum Laub als auch zur Rinde, und ein auf mittlere Entfernung abgestimmter Kontrast sorgt für eine interessante Auflockerung. Im Gegensatz zu Dschungelmustern setzt die Waldtarnung ebenso sehr auf Braun- und Schattentöne wie auf Grün, da gemäßigte Wälder selten durchgehend grün sind.

Wie sieht Waldtarnung aus? Farben und Formen
Die Farbpalette vereint Grün und Braun, untermalt von Schwarz für die Schatten und Beige oder Sand für die Highlights. Grün verbindet dich mit dem Laubwerk, Braun mit den Stämmen und dem Laubstreu, Schwarz mit den tiefen Lücken zwischen den Bäumen. Die Formen reichen von den markanten Flecken von M81 Woodland und den langen Strichen von DPM bis zu den dichten Punkten von Flecktarn und den Pixeln von MARPAT und EMR. Je dichter und schattiger der Wald, desto mehr tendiert das Muster zu dunkleren Grün- und Brauntönen. Offene, sonnendurchflutete Wälder belohnen etwas mehr Kontrast und hellere Farbtöne.
Wie man das beste Waldtarnmuster auswählt
Es gibt keine „beste“ Waldtarnung. Der richtige Ansatz sollte in erster Linie zu Ihrem spezifischen Waldgebiet und dann zu Ihrer Mission passen. Ein Laubwald, ein dunkler Kiefern- oder borealer Wald und ein lichter Mischwald wirken alle unterschiedlich auf das Auge.
Nach Waldtyp
| Waldtyp – | Worauf man achten sollte – | Passende Muster |
|---|
| Dichter Laubwald / Hartholzbestand, | kräftiges Grün, mittlere Lichtauflockerung, | M81 Woodland, MARPAT, Flecktarn, Partizan |
| Kiefer / boreal (dunkel, schattig) | Dunklere Grün- und Brauntöne, tiefer Schatten | MARPAT, Flecktarn, PenCott GreenZone |
| Offener/gemischter Wald, | ausgewogenes Grün-Braun, hellerer Farbton, | CCE, DPM, A-TACS FG, EMR |
| Birke / helles, gebrochenes Licht. | Hoher Kontrast, blattartige Formen. | Berezka, Izlom |
| Grünzeitlich / dichtes Laub | Üppiges Grün, dichtes Wuchsmuster | PenCott GreenZone, Kryptek Mandrake |
Nach Mission und Jahreszeit
Der Wald verändert sich mit den Jahreszeiten, so dass das Muster, das einen im Juli verbirgt, im November deutlich sichtbar sein kann. Im Sommer begünstigt das Laubwerk überwiegend grüne Muster, während im Herbst und in Wäldern mit kahlen Ästen eher Braun- und Beigetöne vorherrschen. Bei Bewegung kaschieren markante Formen wie Woodland oder Izlom Bewegungen gut. Eine Position haltend, fügt sich ein organisches Muster wie A-TACS FG oder Mandrake in den Hintergrund ein. Passen Sie den Farbton auch dem Licht an, da sehr dunkle Muster im direkten Sonnenlicht flach wirken.
Waldtarnung vs. Gehölztarnung: Worin liegt der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden fast synonym verwendet, und das ist größtenteils auch gerechtfertigt. „Woodland“ verweist in der Regel auf eine bestimmte Abstammungslinie, vor allem auf den US M81 Woodland und seine vierfarbigen Nachkommen. Der Begriff „Waldtarnung“ ist der Oberbegriff für alle Tarnmuster, die für gemäßigte Waldgebiete entwickelt wurden, von M81 über Flecktarn, DPM, MARPAT bis hin zu den russischen Tarnmustern. Einfach ausgedrückt: Alle Waldtarnmuster sind Waldtarnmuster, aber nicht jedes Waldtarnmuster ist ein „Waldtarnmuster“.
Wann wurde die Tarnung im Wald erstmals eingesetzt?
Die Tarnmuster für Waldgebiete lassen sich bis in den Zweiten Weltkrieg zurückverfolgen, die moderne Ära beginnt jedoch erst mit dem US-amerikanischen Tarnmuster M81 Woodland aus dem Jahr 1981, das vom früheren ERDL-Muster abgeleitet wurde. In Europa wurden parallel eigene Linien entwickelt, von der britischen DPM über die deutsche Flecktarnlinie bis hin zur französischen CCE, während digitale Anlagen wie MARPAT und Russlands EMR ab den 2000er Jahren den Pixelansatz in den Wald brachten.